Zukunftsmusik: Green Eastside

Wie könnte das Leben in der Mischek Wohnhausanlage Green Eastside im 22. Bezirk einmal aussehen? Welche Geschichten werden die BewohnerInnen über das Leben in der Donaustadt erzählen? Was schätzt die künftige Nachbarschaft besonders?

In unserer Beitragsreihe „Zukunftsmusik“ stellen wir euch fiktive BewohnerInnen, Geschichten und Meinungen vor, die unsere Vision über geplante Bauvorhaben verdeutlichen.

Green Eastside – Leben in der Donaustadt

Daniel läuft beschwingt die Rolltreppe der U-Bahn-Station Kagraner Platz hinauf. Mit einem entschlossenen Lächeln im Gesicht geht er auf den Zebrastreifen zu, der die Wagramer Straße quert. In dem Moment, in dem er ihn erreicht, springt die Ampel auf Grün. Heute läuft einfach alles gut, wie könnte es anders sein – endlich Sommerferien.

Sein Zeugnis ist nicht perfekt, aber er weiß, dass der Dreier in Mathe für Mama und Papa in Ordnung sein werden. Und er findet sowieso, dass sich seine Noten für die 3. Klasse sehen lassen können. Ja, er kann wirklich stolz auf sich sein – er hat sich die knappen drei Monate Ferien redlich verdient.

Kaum hat er den Gedanken zu Ende gebracht, findet er sich auch schon in der neuen Wohnsiedlung wieder, in die seine Familie vor rund zwei Monaten gezogen ist. Am Weg zur Eingangstüre seines Wohnhauses grüßt er im Vorbeigehen Frau Weber, die gemeinsam mit einer Freundin an einer Selbsternte-Insel gartelt. Gut, denkt er sich, während sie zurückwinken – vielleicht bekommt Mama dann bald wieder frische Zucchini von ihr. Die Cremesuppe letzte Woche war richtig gut.

Während er die Stiegen nach oben läuft, merkt er bei dem Gedanken, dass sein Magen schon knurrt. Was es heute wohl gibt? Erwartungsvoll sperrt er die Wohnungstür auf. Im Bruchteil einer Sekunde kann er die Frage bereits beantworten, denn sofort steigt ihm der süße Duft herrlicher Palatschinken in die Nase – kann der Tag noch besser werden?

„Hallo“, ruft er Richtung Wohnküche, während er seine Schuhe auszieht. „Hallo Schatz, na wie war der große Tag“, fragt seine Mama. „Ganz gut“, antwortet er betont unbeeindruckt, legt sein Zeugnis auf die Küchen-Arbeitsplatte und geht schon zum Tisch, um sich neben seinen kleinen Bruder Moritz zu setzen, dessen erstes Jahr im ebenfalls in der Wohnsiedlung neu errichteten Kindergarten heute zu Ende ging. „Hey Kleiner“, sagt er und wuschelt ihm durch sein braunes Haar. Moritz, der damit beschäftigt ist, sein etwas zu volles Glas Saft zu balancieren, gibt nur ein konzentriertes und leises „Hallo“ von sich.

„Wooow – super“, zeigt sich seine Mutter erstaunt, als sie das Zeugnis entdeckt. „Wenn der Dreier in Mathe nicht wäre, hätte es heute vielleicht sogar Schnitzel gegeben – so gibt es halt nur dein Zweit-Lieblingsessen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Na klar, ein kleiner Seitenhieb muss natürlich sein. Während sich die drei die köstlich duftenden Palatschinken schmecken lassen, schaut Daniel aus dem offenen Fenster. Unten hört er Kinderlachen – vielleicht Sabrina und Tom, die Kinder aus dem Nachbarhaus, denkt er sich, und kann es kaum erwarten, mit ihnen in den kommenden Monaten mit seinem neuen Fahrrad die Gegend zu erkunden.

Nachdem alle aufgegessen haben, springt er voller Tatendrang auf und trägt seinen Teller mit den Worten, „ich schaue Mal rauf ob Martin auch schon daheim ist“, in die Küche. Er fährt mit dem Lift ins Dachgeschoß und klingelt an der Tür. Als hätte er auf ihr gewartet, öffnet Martin nur wenige Sekunden darauf die Tür und bittet ihn mit einem Lächeln herein. „Hallo Daniel! Komm, ich muss dir was zeigen“, sagt er, dreht sich am Stand um und geht zielstrebig auf die Dachterrasse der geschmackvoll eingerichteten Wohnung seiner Eltern.

Dort angekommen bietet sich den beiden ein toller Ausblick ins Grüne. An diesem heißen Sommertag ist die leichte Brise, die Daniels lockiges Haar im Wind tanzen lässt, und der Anblick der leicht hin und her wiegenden, saftig grünen Bäume ein willkommener Quell der Entspannung. In diesem Moment waren alle Sorgen und Anstrengungen des vergangenen Schuljahrs wie weggefegt. „Jetzt setz dich doch! Kennst du das neue Spiel, das zurzeit alle auf dem Smartphone spielen? Ich bin schon Level 12, du musst es dir unbedingt runterladen“, sagt Martin ungeduldig.

Das wird ein guter Sommer, denkt sich Daniel sich mit einem Lächeln. Ein sehr guter Sommer.